Tragweite der Zwangsarbeit im NS-Reich

February 19, 2009Posted by Mod

 
Die Zwangsarbeit im NS-Reich umfasste nicht nur das Deutsche Reich. Vielmehr waren alle Länder betroffen, die im Verlauf des Zweiten Weltkrieges von den Deutschen und den mit ihnen verbündeten Ländern besetzt wurden. Bereits vor der Herrschaft des NS-Regimes gab es eine Zwangsverpflichtung von Arbeitskräften aus Polen und Italien. Im Jahr 1938 erweiterte sich diese Verpflichtung auf Tschechen.

Nach dem Überfall der Deutschen auf Polen am 1. September des Jahres 1939 wurden in den besetzten Gebieten Arbeitsämter eröffnet. Sie hatten die Aufgabe ausländische Arbeitskräfte freiwillig oder unter Anwendung von Gewalt nach Deutschland zu bringen, damit diese dann für die deutsche Wirtschaft tätig wurden. Ob die Menschen durch falsche Versprechen oder gleich durch Zwang nach Deutschland gebracht wurden, hing unter anderem von ihrer Herkunft ab. Arbeiter, die aus Staaten stammten, die mit dem Deutschen Reich verbündet waren, kamen freiwillig und erhielten einen Arbeitsvertrag, der es ihnen erlaubte, jederzeit wieder in ihr Heimatland zurückzukehren.

Freiwillige Arbeiter, deren Länder im Lauf des Krieges besetzt wurden, wurden zur Arbeit verpflichtet oder mussten nun als Zwangsarbeiter im Deutschen Reich leben. Ebenso ging es den Kriegsgefangenen aus besetzten Gebieten oder Großbritannien. Polnische und sowjetische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene kamen als Ostarbeiter zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich. Auch Menschen aus den Arbeitserziehungslagern, Arbeitslagern und Konzentrationslagern wurden zur Zwangsarbeit gezwungen. Die Einberufung der Zwangsarbeiter erfolgte meist in Kooperation der Behörden des entsprechenden Landes.